Ein Schicksalstag mit Glück und Schrecken

MdL Sippel besucht Schulen zum 9. November

Der 9. November –  nicht nur einmal ein geschichtsträchtiger Tag. 1918 ein Hoffnungstag mit dem Beginn der Weimarer Demokratie, 1938 ein dunkler Tag des Schreckens in der Reichspogromnacht und vor 30 Jahren der Glückstag der Deutschen mit dem Mauerfall in Berlin. Auch in diesem Jahr gab der 9. November wieder den Anlass für rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete, Schulen in ihrem Wahlkreis zu besuchen, um an die Geschichte zu erinnern und diese wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Da der Schicksalstag auf einen Samstag fiel, besuchte Heiko Sippel (SPD) bereits am Freitag die Erich-Kästner Realschule plus in Wörrstadt, die Gustav-Heinemann-Realschule plus und Fachoberschule sowie das Gymnasium am Römerkastell in Alzey.

Mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen sowie der Oberstufe beleuchtete er die verschiedenen Ereignisse und Geschichtsepochen. Sippel thematisierte den Hitlerputsch 1923 als Angriff auf die noch junge Demokratie, genauso wie die Reichspogromnacht 1938 und den Mauerfall 1989 und schlug dabei den Bogen von der Geschichte hin zur Alltagspolitik. Aktuelle Themen wie Extremismus, Antisemitismus oder Hass und Hetze im Internet prägten die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern. Dabei war deutlich zu sehen, wie intensiv sich die Schulen gerade mit dem Mauerfall und der deutschen Einheit beschäftigt haben und wie gut sie über die Geschichte des 9. November, aber auch über die aktuelle Politik informiert waren. „Ich merke immer wieder, wie sehr sich Jugendliche für politische Zusammenhänge interessieren und sich mit Zukunftsfragen beschäftigen“, lobte der Alzeyer Abgeordnete die Diskussion.

„Warum hat eigentlich niemand etwas gegen die Gewalttaten in der Reichspogromnacht unternommen?“ – diese Frage wurde mehrmals von Schülern gestellt. „Weil es lebensgefährlich war, sich gegen die Nazischergen zu stellen und auch ein großer Teil des Volkes vom schrecklichen Rassenwahn verblendet war. Nicht wenige Menschen haben bei den Plünderungen und Zerstörungen begeistert mitgemacht“, erläuterte Sippel, der allerdings auch auf Mutige verwies, die den Juden Unterschlupf boten und sie versorgten. „Diese wahren Helden haben sich trotz aller Gefahren für die Menschenwürde eingesetzt. Heute leben wir in Freiheit und sollten uns deshalb umso mehr gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass stellen.“

Am Römerkastell führten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn eine kleine repräsentative Handy-Umfrage zu den Themen Antisemitismus, Zuwanderung und Rechtsextremismus durch. Dabei wurden Aussagen aufgezeigt, die von den Jugendlichen per Abstimmung bewertet werden sollten. „Ich bin froh, dass hier freiheitliches Denken herrscht“, beschrieb Sippel erfreut die Umfrageergebnisse.

Viele Schüler beschäftigte die Frage nach der Zukunft, in Zeiten in denen vor allem der Klimaschutz und die Bewahrung des Friedens noch wichtiger werden. Mit den verschiedensten Fragen löcherten sie Heiko Sippel, der geduldig Rede und Antwort stand. „Eine gute Diskussionskultur ist ungemein wichtig für unsere Demokratie. In den sozialen Netzwerken wird es aber zunehmend schwieriger, Meinungen sachlich auszutauschen. Vorurteile, Fake-News und Hasskommentare nehmen zu“, rief Sippel die Schüler dazu auf, sich für mehr Toleranz und Vielfalt einzusetzen und sich nicht von Fake-News oder „Dummgebabbel“ leiten zu lassen.

„Das Wissen um unsere Geschichte ist unser Vorteil. Wir können daraus lernen“, so Sippel.  Zudem betonte er, dass das Grundgesetz und der Zusammenhalt in Europa die beste Grundlage für Freiheit, Frieden und Wohlstand auch in Zukunft sei. Zum Ende der Veranstaltungen bestärkte Sippel die Schüler darin, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen: „Demokratie lebt vom Mitmachen“.

Veröffentlicht am 13.11.2019.